5 Tipps zur Verbesserung der Raumakustik

Hast du schon mal darüber nachgedacht, was du zur Verbesserung der Raumakustik in deinem Homestudio tun kannst, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen? Wenn du dein Homestudio aufwerten und deinen Klang verbessern möchtest, bist du hier genau richtig. In diesem Blogartikel gebe ich dir 5 Tipps, wie du die Raumakustik in deinem Homestudio kostenlos verbessern kannst. Was Pflanzen und Polstermöbel damit zu tun haben und warum du kein Schaumstoff benötigst, um die Akustik in deinem Homestudio zu verbessern, erfährst du in diesem Artikel. Also, lass uns gleich anfangen!

Tipp 1: Polstermöbel als Absorber

Polstermöbel bieten nicht nur den Vorteil, dass sie meist super Sitzgelegenheiten sind, nein sie haben zudem auch noch super akustische Eigenschaften. Matratzen, Sofas oder Sessel absorbieren den Schall, der auf sie trifft.

Im Gegensatz zu günstigem Noppenschaumstoff haben Polstermöbel sogar einen höheren Absorptionsgrad und absorbieren auch Frequenzen unter 2000Hz. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, welche Form das Möbelstück hat, solange es genügen Volumen besitzt. Ein Schwingsessel ist also weniger gut geeignet, als ein dickes Sofa. Die Position des Polstermöbelstücks ist auch zweitrangig. Also kauf am besten, was dir gefällt und gut in dein Homstudio passt.

Tipp 2: Bücherregale als Diffusoren

Neben der Schallabsorption spielt auch die Schalldiffusion eine wichtige Rolle für eine gute Raumakustik. Falls du dachtest, die optimale Vocalaufnahme findet in einem schalltoten Raum statt, muss ich dich leider enttäuschen. Die besten Ergebnisse erzielt man je nach angestrebtem Genre eher in einem Raum mit etwa 0,3 Sekunden Nachhallzeit.

Bücher sind nicht nur praktisch aufgrund ihres Inhaltes.

Um mit den nicht absorbierten Schallwellen keine unerwünschten Flatterechos zu bekommen, lohnt es sich Maßnahmen zur Schalldiffusion vorzunehmen. Ein einfacher und kostengünstiger Tipp sind hierbei Bücherregale. Die unregelmäßigen Buchrücken streuen den Schall in unterschiedliche Richtungen, sodass Flatterechos reduziert werden. Der Raumklang wird somit verbessert.

Tipp 3: Pflanzen als Diffusoren

Nicht nur Bücherregale können genutzt werden, sondern auch Zimmerpflanzen. Gerade große Palmengewächse eignen sich aufgrund ihrer Größe und Blattform super zum Schall streuen. Außerdem haben Pflanzen den schönen Nebeneffekt, dass sie das Raumklima verbessern. Pflanzen lassen sich eigentlich überall dort platzieren, wo aktuell Platz dafür ist.

Weil ich natürlich weiß, dass die beste Pflanze nichts bringt, wenn sie nach 4 Wochen eingeht, habe ich dir hier ein paar pflegeleichte Palmen aufgelistet:

  • Kentia-Palme (Howea forsteriana)
  • Areca-Palme (Chrysalidocarpus lutescens)
  • Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
  • Rebe-Palme (Chamaedorea elegans)
  • Fächerpalme (Licuala grandis)
  • Bambuspalme (Chamaedorea seifrizii)
  • Bananenstaude (Musa basjoo)

Mein Tipp an der Stelle für alle, die gerne mal das Pflanzen gießen vergessen, ist sich ein automatisches Bewässerungssystem zu kaufen. Diese gibt es schon für wenige Euro auf Amazon*.

Tipp 4: Dicke Vorhänge an den Fenstern

Vorhänge aus dickem Stoff (vorzugsweise Molton*) bieten 2 Vorteile. Zum einen werden die Schallwellen durch die Falten im Stoff unregelmäßig reflektiert und zum anderen haben sie eine dämmende Wirkung. Hierbei gilt, je dicker der Stoff, desto höher die absorbierende Wirkung. Falls du also noch keine Vorhänge in deinem Homestudio hängen hast, hole dies unbedingt nach! Außerdem kannst du damit die lästige Sonne tagsüber fernhalten 😉

Akustik Molton ist der meiner Meinung nach beste Stoff, den du für deine Vorhänge zur Verbesserung der Raumakustik nutzten kannst. Moltonvorhänge gibt es bereits fertig zu kaufen (zum Beispiel bei Amazon*). Wer allerdings ein wenig handwerklich begabt ist und seinen Geldbeutel schonen möchte, kann auch Molton als Meterware kaufen, um daraus selbst einen Vorhang zu nähen. Akustik Molton gibt es als Meterware schon ab 16€, z.B. bei Molton-Markt.de

Tipp 5: Hochflorteppich

Auch Teppiche können dazu beitragen, die Raumakustik zu verbessern. Allerdings müssen wir hier ein wenig differenzieren. Die meisten Maßnahmen zur Schallabsorption absorbieren Frequenzen über 2000Hz, die wenigsten aber nur Frequenzen darunter. So absorbiert auch ein Teppich vor allem die hohen Frequenzen.

Einem komplett mit Teppich ausgelegtem Raum kann es somit an Höhen mangeln, wogegen Probleme vor allem im tiefen Bereich weiterhin bestehen bleiben. Das lässt gerade Vocalaufnahmen dumpf und matt klingen. Wenn du Einfluss auf den Bodenbelag in deinem (Home-) Studio hast, dann solltest du auf jeden Fall Kork oder Holz allen anderen Belägen vorziehen

Dennoch kann ein einzelner Hochflorteppich helfen. Hochflor aus dem Grund, weil dieser deutlich bessere absorbierende Eigenschaften aufweist, als ein herkömmlicher Teppich. Am besten stellst du dich während der Aufnahme mit deinem Mikrofon auf den Teppich. Dadurch können Erstreflexionen effektiv absorbiert werden, ohne die Höhen in der Gesamtheit zu sehr zu dämpfen.

Fazit

Bei einem schmalen Geldbeutel gilt es kreativ zu werden bei der Verbesserung der Raumakustik. In meiner ersten Wohnung habe ich damals unter meinem Hochbett aufgenommen und später Absorber selber gebaut. Heute sitze ich in einem Studio mit Akustik für mehrere tausend Euro. Ist dadurch die Musik besser geworden? Die Antwortet lautet nein.

Am Ende kommt es immer noch auf die Performance und den Künstler an. Auch ein dynamisches Mikrofon, wie das Shure SM7-B* kann dabei helfen, eine suboptimale Raumakustik zu kaschieren. Ich hoffe, dieser Artikel hat dir bei der Gestaltung deines Homestudios geholfen und dich davon abgehalten unnötigen Noppenschaumstoff zu kaufen und damit deine Wände zu tapezieren.

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Paul Welke

ist zertifizierter Toningenieur & Betreiber von MixMaster-Online.de
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